09.09.2010
Mehrheit steht zum Schleizer Dreieck
Eine Rekordkulisse gab es in diesem Jahr zur IDM auf dem Schleizer Dreieck. Der Stadtrat bekannte sich am Dienstag mehrheitlich dazu, dass hier auch künftig Prädikatsläufe gefahren werden und der Kurs entwickelt wird. Durch den Stadtrat muss alles, was mit der Änderung des Bebauungsplans im Zusammenhang steht. Mit einem Grundsatzbeschluss auf den Weg gebracht von den Fraktionen der SPD, der CDU und der Partei Die Linke bekannte sich der Schleizer Stadtrat mehrheitlich zum Erhalt und zur Entwicklung des Schleizer Dreiecks als Sportstätte für hochklassige Prädikatsläufe im Straßenrennsport.
In namentlicher Abstimmung sprachen sich elf Abgeordnete des Schleizer Stadtrates dafür und fünf dagegen aus, das Schleizer Dreieck als Sportstätte für hochklassige Prädikatsläufe im Straßenrennsport im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen zu erhalten und zu entwickeln. Zwei Stadträte enthielten sich der Stimme.
Juergen K. Klimpke (SPD) unterstrich die Notwendigkeit eines Bekenntnisses zu qualitätsvollen Sportveranstaltungen und zur weiteren Entwicklung des Kurses. Gegenüber der IDM habe man eine besondere Verantwortung, schließlich fand der erste deutsche Meisterschaftslauf 1924 auf dem Schleizer Dreieck statt. „2010 war das erste Jahr, in dem nur Prädikatsläufe gefahren wurden. Das ist ein Status den wir nicht verlieren sollten. Darauf müssen wir aufbauen“, sagte David Wetzel (CDU). Die 40 500 Zuschauer in diesem Jahr zur IDM wären eine Marke, die sich sehen lassen könne eine gewisse Größenordnung. Für die Fraktion der Partie Die Linke signalisierte Wolfgang Cybala ebenfalls Zustimmung.
Mit Blick auf die in den Reihen der Besucher gezeigten Plakate sah sich Bürgermeisterin Heidemarie Walther (FDP/BI) gezwungen, energisch auf die Einhaltung der Geschäftsordnung zu verweisen. „Landschaftszerstörung durch B2-Umverlegung Nein Danke!“ stand z.B. auf dem Pappschild, das Peter Zörner vom Aktionsbündnis „Bürger für Schleiz“ in die Höhe hielt.
Fast hätten auch die Freien Wähler dieser Vorlage zustimmen können. Das „Aber“ kam dann von Thomas Frotscher der im Namen der Fraktion kritisierte, es fehle der Satz respektive die Forderung der „Erhaltung des Schleizer Dreiecks, ohne die Errichtung einer permanenten Rennstrecke.“ Weiter vermisste er, dass weder im Beschluss noch in der Begründung die Wahrung der Interessen der Bürger der Stadt besonders die der Anwohner des Dreiecks eine Rolle spielen würden. Frotscher bezeichnete das Papier einerseits als eine Willensbekundung und mehr nicht, andereseits aber auch als „einen Freibrief für die Aufrüstung des Dreiecks für eine rein kommerzielle Nutzung. Und natürlich mit dem Geld der Steuerzahler.“ Alles ziele darauf ab, die Änderung des Bebauungsplanes umzusetzen. Er beantragte eine namentliche Abstimmung.
„Ich habe mich bei diesem Beschluss in die Zeit zurückversetzen können, als es die FDJ-Versammlungen gab“, bekundete im Anschluss Günter Maier (CDU). Dort habe es auch fortlaufend Grundsatzbeschlüsse gegeben. So richtig wisse er nicht, was das überhaupt soll. Schließlich habe sich der Stadtrat in zwei Legislaturperioden den Erhalt des Schleizer Dreiecks auf die Fahnen geschrieben. Viel wichtiger sei für ihn, welche Mittel sind dafür vorgesehen. Wie will man z. B. die Schallschutzwände finanzieren, ohne die es 2011 kein Rennen gibt? Woher kommen die Mittel, wenn vor dem Rennen die Straßendecke zu erneuern ist?
Roland Wetzel (Die Linke) unterstrich, dass es hier nur um ein Bekenntnis für das Schleizer Dreieck geht: „Wenn das die drei Sportklubs nach vielen Jahren schaffen, sollte das für uns nur recht und billig sein.“ Auch er beantragte eine namentliche Abstimmung. „Mit der Beschlussvorlage wollen wir, dass ein Grundsatz, ein Leitfaden, ein Bekenntnis erreicht wird auf dem sich weiter aufbauen lässt“, stellte Joachim Gensior (SPD) u.a. fest. Einig sei man sich darüber, dass dass Dreieck erhalten werden müsse. Nur über das „wie“ gäbe es unterschiedliche Auffassungen.
Erik Berger (SPD) glaubte nicht an die Notwendigkeit eines Bekenntnisses. „Wichtig ist es vielmehr, dass wir uns gezielt darüber unterhalten, wie wir gemeinsam zu Lösungen kommen“.
Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Schleiz
vom 09.09.2010 |