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26.07.2010
Viele Worte ums Dreieck: Bürgerinitiative Pro Schleizer Dreieck diskutiert über die Zukunft

Während gut 50 Mitglieder des MSC und Freunde des Schleizer Dreiecks am Sonnabend für das 76. Dreieckrennen am Wochenende des 1. August Zäune aufstellten, Fahrerlager in Ordnung brachten und Pressezentrum bestückten, debattierten in der Vereinsgaststätte Seng Sportwarte, AMC-Mitglieder und die BI Pro Schleizer Dreieck über die Zukunft.

"Solche Veranstaltungen sollte man künftig besser abstimmen", meinte Eugen Büchner, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Schleizer Dreieck, der sich in Arbeitskluft unter die rund 40 Diskutierenden gemischt hatte, zur Parallelveranstaltung des Arbeitseinsatzes. Irmgard Götze, in deren Händen die Moderation der Veranstaltung lag, hatte ihm gleich zu Beginn das Wort übergeben. Büchner, der aus "Rechtsgründen" nichts zu den jüngsten umstrittenen Veranstaltungen sagen wollte, versuchte einige Argumente aus der aktuellen Diskussion geradezurücken.

Er unterstrich, dass vor der Betriebsgenehmigung mit den bekannten 18 Renntagen im Jahr ein umfangreiches öffentliches Verfahren stattgefunden habe, in dem man eigentlich 30 Renntage beantragt, aber nur 18 bekommen habe. Eine vorgeschlagene Volksbefragung zum Schleizer Dreieck hält Büchner für "Quatsch". Für die Zukunft räumte er mögliche Veränderungen ein, zum Beispiel erst um 9 Uhr mit den Veranstaltungen zu beginnen. Er forderte die Motorsportvereine als Hauptnutzer auf, sich eindeutig zu positionieren.

Die Schleizer Bürgermeisterin Heidemarie Walther (FDP/BI) machte auf Anfrage zum Stand der Vorbereitungen einer Umverlegung der B 2 wenig Hoffnung auf schnelle Lösungen. Voraussichtlich im September werde es den Auslegungsbeschluss für die Planungen geben, dann sei ein langwieriges öffentliches Verfahren zu erwarten, das Jahre dauern könne. "Am Ende werden Mehrheiten entscheiden", so Walther. Sie machte auch klar, dass die Stadt an ihrer Vision, der Umverlegung der B 2, festhalte. Sie erinnerte daran, dass die Stadt Schleiz schon viel Geld in die Hand genommen habe, um das Dreieck zu erhalten und vor allem die IDM zu behalten, obwohl es da "noch sehr viel Ossihausen" gäbe. "2011 müssen die letzten Lärmschutzwände stehen, sonst ist ohnehin Schluss." Man wolle künftig auch unter der Woche mit dem Schleizer Dreieck Geld verdienen "warum lässt man uns das nicht tun?", fragte die Bürgermeisterin rhetorisch in die Runde.

Wolfgang Einsiedel aus Blankenstein übte in der Diskussion Kritik daran, dass in Schleiz offenbar einige meinen, mit "weiter so" könne man etwas erreichen. Er bezog sich auf Thomas Frotscher, der im Interview mit der OTZ darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die Anforderungen an die Sicherheit auf dem Dreieck in den nächsten Jahren nicht mehr finanzierbar seien. Damit habe der Vorsitzender der Freien Wähler, "der sonst viele Unwahrheiten verbreitet, ausnahmsweise Recht."

Joachim Gensior (SPD), 1. Beigeordneter in Schleiz, beschäftigte sich mit dem Schleizer Dreieck, das ein "Alleinstellungsmerkmal für die Stadt" sei: Man wolle als Stadtrat das Schleizer Dreieck für die Zukunft sichern, allerdings "nicht gegen die Interessen der Bürger". Gensior schlug vor, dass alle Fraktionen des Stadtrates darüber sprechen, wie das Schleizer Dreieck gesichert werden kann.

Konrad Walther stellte zur Frage der Position der Vereine zum Schleizer Dreieck fest, dass der AMC, in dem er Mitglied ist, das schon vor zwei Jahren mit dem Bekenntnis zur Umverlegung der B 2 getan habe. "Was den MSC Schleizer Dreieck anbetrifft, da fehlt mir da noch einiges", so Walther.

Sven Meier aus Schleiz kritisierte, dass in dieser Versammlung die Falschen sitzen. Heute sei Arbeitseinsatz und es wäre besser gewesen, wenn alle gemeinsam das Dreieckrennen vorbereitet hätten.

Die Sicherheit der Strecke rückte in der weiteren Diskussion Oliver Damas in die Mitte, der bezweifelte, dass man noch lange mit der zu nahe an der Rennstrecke stehenden Buchhübel-Tribühne und der Steintribüne in der Seng fahren könne. Konrad Walther sah die Sicherheitsbedenken weniger dramatisch. Man könne die Sicherheitsauflagen erfüllen und über manche früheren Sicherheitsanforderungen rede heute niemand mehr.

Als einziger Vertreter der Freien Wähler gab sich Stadtratsmitglied Otto Pätzold zu erkennen und warb für die Erhaltung der Traditionen und auch neue Veranstaltungen nach Art des Bremerhavener Fischereihafen-Rennens. Das wurde mit lautem Gelächter bedacht. Er betonte die Wichtigkeit, mit den Anwohnern zu reden, die nicht mehr bereit seien, den Lärm zu ertragen und keine permanente Nutzung des Dreiecks wollten.

Auf den Einwurf von Konrad Walther, was denn die Freien Wähler wirklich wollten die Zahl der Veranstaltungen reduzieren oder die Umverlegung der B 2 stoppen, meinte Otto Pätzold zur allgemeinen Überraschung, dass, wenn es nur nach ihm ginge, "jeden Tag eine Veranstaltung stattfinden könnte", aber die Bürger wollten das nicht.

Aus der Diskussion in der Bürgerversammlung:

  • Bürgermeisterin Heidemarie Walther (FDP/BI): "Ich respektiere jeden in Schleiz, der eine andere Meinung hat und keinen Motorsport in Schleiz will. Ich erwarte aber auch, dass man respektiert, dass ich als Bürgermeisterin eine andere Meinung dazu habe." zgt_loadOMSMediumRec();
  • Wolfgang Einsiedel: "Hier ist alles nicht mehr zeitgemäß. Die Umverlegung der B 2 muss vorangetrieben werden. Mit weiter so schläft Schleiz ein."
  • Eugen Büchner (Betreibergesellschaft): "Es ist zum Teil enttäuschend, was die Veranstalter am Dreieck anbieten. Was hier fehlt sind Veranstaltungen, die Zuschauer nach Schleiz ziehen und die die Leute von den Sitzen reißen ... Ich warne davor, die Marke Schleizer Dreieck für persönliche Auseinandersetzungen zu missbrauchen. Dafür ist sie zu wertvoll."
  • Joachim Gensior (1. Beigeordneter (SPD): "Wenn man außerhalb von Schleiz den Namen der Stadt nennt, dann erinnert sich niemand an Bergkirche oder an Konrad Duden und Böttger, sondern an das Schleizer Dreieck."
  • Konrad Walther: "Das Bekenntnis zum Schleizer Dreieck hat der AMC lange hinter sich. Wir können aber den ganzen Senf auch noch einmal aufkochen."
  • Sven Meier: "Warum hat man denn nach der Wende hier in Schleiz nichts zustande gebracht. Stattdessen wird in der Lausitzring aufgebaut ... Wenn wir in Schleiz diesen Kleinkrieg austragen, lachen andere außerhalb über uns. Alle die, die das machen, haben die Schaufel schon in der Hand und hauen den Dreck auf die Kiste drauf."
  • Rolf Neupert (Mielesdorf): "Wichtig ist für uns Fans, dass dieses Schleizer Dreieck erhalten wird. Wir wollen kommen, wir bringen das Geld, auch wenn wir schon älter sind. Die jungen Leute haben andere Interessen, Internet und so. Ich habe kein Internet sondern nur einen Fernseher."
  • Günter Hofmann, (ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter): Aus Eigenmitteln wird das Dreieck nicht erhalten werden können, da müssen Investoren her, Bankkredite und Steuergelder. Wir lösen die Probleme auf jeden Fall nicht durch gegenseitige wahre oder unwahre Beschuldigungen in der Öffentlichkeit."
  • David Wetzel (CDU-Stadtratsmitglied): "Die Umverlegung der B 2 dient der Verkehrsberuhigung von Oschitz. Wir brauchen diese Umverlegung nicht nur aus motorsportlichen Gründen. Ich ermuntere meine Stadtratsmitglieder, mir darin zu folgen."
  • Jürgen K. Klimpke (SPD-Stadtratsmitglied): "Die Tradition des Schleizer Dreiecks ist die IDM. Seit 1924 werden Deutsche Meisterschaften gefahren. Schleiz spielt in der Oberliga, das Frohburger Dreieck in der Kreis- oder Bezirksliga. ... Duden und Böttger sind kein Ersatz für das Schleizer Dreieck. Man braucht 20 bis 30 Jahre, um etwas aufzubauen. Das Schleizer Dreieck ist eine über 80 Jahre gewachsene Marke, die nicht zu ersetzen ist."
  • Bärbel Wittig (Gaststätte Seng): "Das einzige, was Thomas Frotscher von den Freien Wählern uns für den Verlust der Ware und der Einnahmen vor drei Wochen zur ausgefallenen Veranstaltung des Porsche-Clubs anbieten konnte, war ein Rechtsbeistand. Ich will kein Verfahren, mir tut der Porsche-Club leid. Herr Frotscher hätte den Arsch in der Hose haben können, heute hier aufzutreten. Es ist feige, dass er das nicht gemacht hat."
  • Irmgard Götze (Moderatorin): "Ich möchte hier mal Herrmann Kiss, den Rennsekretär von Gerhard Elschner, zitieren: Die älteste Rennstrecke Deutschlands konnte nur deshalb überleben, weil sie nicht in ihrer Tradition erstarrte, sondern stets mit der Zeit mitgegangen ist."

Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Schleiz vom 26.07.2010

29.04.-01.05.2011
DMV Rundstreckenpokal (DRC) Schweizer Motorradmeisterschaft
Veranstalter: DT Bike Promotion Gera

07.05.2011
14. Frühjahrstreffen für Oldtimer
Veranstalter: AMC Schleizer Dreieck e. V.

08.05.2011
Oldtimer Teilemarkt
Veranstalter: Gerd Zeuner

13.-15.05.2011
Weltmeisterschaft Seitenwagen
Veranstalter: AMC Schleizer Dreieck e. V.

28.05.2011
Rock am Dreieck 2011 – mit der legendären Ost-Rock Band „City“
Veranstalter: AMC Schleizer Dreieck e. V.

29.05.2011
Radevent – Jedermann 2011
Veranstalter: Stadt Schleiz

03.-05.06.2011
Internationale Bike Promotion – Meisterschaft, German TT
Veranstalter: DT Bike Promotion Gera

08.-10.07.2011
6. Sparkassen-Classic GP 2011
Veranstalter: AMC Schleizer Dreieck e. V.

05.-07.08.2011
77. Internationales Schleizer Dreieckrennen (IDM)
Veranstalter: MSC Schleizer Dreieck e. V.

20.08.2011
Trödelmarkt am Dreieck

26.-28.08.2011
Internationale Road Racing Championship (IRRC)
Veranstalter:DT Bike Promotion Gera

02.10.2011
Oldtimer Teilemarkt
Veranstalter: Gerd Zeuner