28.05.2009 – Alexander Seidel
Wölfe im Schafspelz
Zum Leserbrief „Lippenbekenntnisse“ von Konrad Walther
Dem o.g. Leserbrief kann man nur zustimmen. Die von Herrn Walther festgestellte Wählertäuschung
wird noch deutlicher, wenn man sich mit Eckpunkt 5 des Kommunalwahlprogrammes der Freien Wähler
auseinandersetzt, wo Aussagen zum Schleizer Dreieck zu finden sind. Einerseits „sollte“ die Stadt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten anteilig Haushaltsmittel für
sicherheitsrelevante Maßnahmen zur Verfügung stellen. Andererseits fordert man, keine „Steuermittel in
nicht zu rechtfertigender Höhe“ für den Erhalt der Strecke einzusetzen. Woher kommen denn aber die
Haushaltsmittel der Stadt? Sind das etwa keine Steuermittel?
Außerdem ist klar, dass sicherheitsrelevante Maßnahmen nur Mindestinvestitionen darstellen und
niemals den Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte aufholen können. Was passiert aber, wenn man
über den sicherheitsrelevanten Tellerrand hinausschaut? Dürfen unsere Rennbesucher weiterhin mit
verwitterten Holzbrettern auf rostigen Stahlkonstruktionen vorlieb nehmen, die wir als Tribünen
bezeichnen? Sollen die Aktiven auch künftig unter den Augen der Toilettenbesucher in Kabinen aus
sozialistischen Zeiten duschen, weil das Geld nicht mal für einfache Duschvorhänge, geschweige denn
für eine Modernisierung auf heute übliches Niveau ausreicht? Müssen die Gäste auch in Zukunft
Notstromaggregate in Betrieb nehmen, weil die vorhandene Stromversorgung überlastet
zusammengebrochen ist? Ich meine, all dies ist zu verneinen. Die Freien Wähleräußern sich hierzu
leider nicht.
Die Bürgerinitiative „PRO Schleizer Dreieck“ hat in den vergangenen Monaten viel Zeit und Mühe
investiert und kann erfolgreich behaupten, die nötigen Investoren für die Strecke einschließlich aller
Nebenanlagen, Sicherheitsmaßnahmen, Verkehrsschulungszentrum, Hotelgewerbe und verschiedener
weiterer Einrichtungen, die entstehen könnten, gefunden zu haben. Somit ist gewährleistet, dass keine
Steuergelder mehr in unsere Rennstrecke fließen müssen, sondern anderweitig sinnvolle Verwendung
finden. Erhalt und Ausbau unseres Dreiecks werden durch privates Kapital gesichert. Diesen Umstand,
ja diese Chance für unsere Stadt, möchte die wahlberechtigte Schleizer Bevölkerung bei ihrer
Entscheidung berücksichtigen, indem sie sich nicht von Wölfen im Schafspelz, den Freien Wählern, in
die Irre führen lässt.
Alexander Seidel, Schleiz |