19.01.2009 – Klaus Wolf, ehemaliges Mitglied der Rennleitung
Lesermeinung Schleizer Dreieck
Ich bin zwar über 70 Jahre, aber ich glaube, dass ich in meiner langjährigen Tätigkeit als Mitglied der Rennleitung ab Mitte der 70-er Jahre unter Leitung von Gerhard Elschner, einen
erheblichen Beitrag zur Weiterentwicklung sowie der Veranstaltungssicherung am Schleizer
Dreieck geleistet habe.
Diese Erfahrungen im Motorsport konnten wir „Alten vom Schleizer Dreieck“ ab 2002 bis 2004
gemeinsam bei der Stadt Schleiz und der Aufbaugesellschaft Ostthüringen Gera in die Planung
und Vorbereitung des Neubaues der „Spange“ mit einbringen. Unsere Meinung war gefragt.
Seit 2004 gibt es das neue Schleizer Dreieck mit der „Spange“ und siehe da es funktioniert auch
unter den Bimsch-Gesetzen und den Begrenzungen. Diese neuen Bedingungen wurden aus-
schließlich öffentlich diskutiert, abgewogen, geprüft und danach genehmigt.
Die neuen Diskussionen wenden sich gegen eine permanente Nutzung der Renntrecke. Wer die heutigen Nutzungsbedingungen kennt wird schnell erkennen, dass eine permanente Strecken-
nutzung gar nicht möglich ist. Im Gegenteil die Nutzung ist begrenzt und mit Auflagen versehen
aber sie gilt auch unbefristet für das Schleizer Dreieck.
Dieser gesetzliche Status muss beibehalten werden. Das bedeutet aber nicht, dass das Dreieck ohne
Modernisierungen und Sicherheitsanforderungen zukünftig betrieben werden soll wie vor 30
Jahren an einem Wochende. Ein Wiederspruch in sich selbst.
Eine Weiterentwicklung der Naturrennstrecke muss immer die wirtschaftlichen Möglichkeiten und
die Bedürfnisse des Motorsports und der Menschen in Schleiz berücksichtigen. Das ist sehr gut
möglich und auch regelbar. Im langfristigen Bebaungsplan „Schleiz Süd“ sind solche Entwick-
lungsrichtungen festschreibbar wie z.B. die teilweise Verkehrsfreilenkung, die begrenzte Umver-
legung der B 2 im Bereich Seng, die Sicherheitsräume für zukünftige Aktive und Zuschauer, die
nachbarschaftlichen Regelungen auch für die Landwirtschaft und auch die sinnvolle Nutzung der
heute erschlossenen Gewerbeflächen für die Ansiedlung von möglichen Investoren. Gerade diese
Ansiedlungsvoraussetzungen sind für das Image des Schleizer Dreiecks lebenswichtig und eine
Investition in die Zukunft.
Das Schleizer Dreieck kann und wird keine Grand Prix Strecke werden. Aber schon heute haben
im erheblichen Umfang jede Saison eine Vielzahl von mittelständischen Firmen ein wichtiges
Betätigungsfeld in und um die Rennstrecke. Wer dies nicht wahr haben will oder gar leugnet, der
muss selbst andere Interessen im Kopf haben, aber nicht einen möglichen Fortbestand der
ältesten Naturrennstrecke Deutschlands.
Klaus Wolf
Sprecher des Freundeskreises Schleizer Dreieck |