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06.01.2009 – Bernd Militzer, OTZ-Leser
Wenig Gemeinsinn
Zur Diskussion um das Schleizer Dreieck und das Bündnis gegen eine permanente Rennstrecke (OTZ/29.12.08) und die Meinung von Landwirt Bernd Prager (OTZ/30.12.08).
Nach Kritik und Ablehnung bezüglich eines möglichen Verkehrssicherheitszentrums am Schleizer Dreieck wird man nun natürlich aus gleicher Richtung sogar gegen eine Modernisierung der Schleizer Rennstrecke aktiv! Alles allerdings recht fadenscheinig, unqualifiziert und natürlich von eigenem Interesse geprägt: So ist man angeblich nicht gegen den Rennkurs, allerdings nur bei Beibehalt des Status quo und etwa drei Veranstaltungen pro Jahr und genau wissend, dass dies das schnelle Ende von Prädikatsläufen, nach dem sich andere übrigens die Finger lecken,und damit das Ende des Schleizer Dreiecks wäre.
Gegen die längst überfällige Streckenumgehung schreibt man sich ausgerechnet den mit der Natur verwurzelten Bürger auf die Fahne, obwohl es bei der Naturrennstrecke bleiben soll und nur Wiese, Feldwege und bereits bestehende Straßen betroffen sind. Bei bereits realisierten oder geplanten anderen Ortsumgehungen klang oder klingt da manches ganz anders. Trotz Stilllegungs- und Austauschflächen wird sogar Existenzangst für eine unserer vielen Agrargenossenschaften geschürt und Solidarität der Landwirte gefordert.
Was wäre wohl heute das Örtchen Oberhof und die dort in die Natur integrierten modernen Wintersportstätten mit nur solchen Zeitgenossen? Eine Rennstrecke auf öffentlichen Straßen, Rennstrecke und intensive Landwirtschaft im unmittelbaren Rennstreckengelände (Maisfelder bis an den Straßenrand und Mähdreschereinsatz während der Veranstaltung wie schon gehabt) geht heute nirgends mehr und gibt es auf dem Niveau der Schleizer Rennveranstaltungen (IDM, WM, EM) nirgendwo.
Dem Motorrennsport wird in totaler Unkenntnis der Fakten sogar jede Perspektive abgesprochen. Welch ein Witz! Seit November 2008 baut eine spanische Investorengruppe gemeinsam mit dem bankrotten ungarischen Staat für mehr als 80 Millionen Euro am Plattensee (!) eine brandneue Strecke, auf der bereits 2009 ein Motorrad-GP ausgetragen wird. 800 Personen erhalten beim Bau Beschäftigung. Neben dem Hungaro-Ring und dem Pannonia-Ring die dritte hochmoderne Rennstrecke in Ungarn! Also woanders wird gebaut hier sperrt man zu !?
Der von der Schleizer Bürgermeisterin Frau Walther, dem Stadtrat und von AMC und MSC eingeschlagene Weg verdient wegen seiner Weitsicht und dem Denken an nachfolgende Generationen unserer Region jede Anerkennung und die Unterstützung aller. Sie unterliegen keiner Illusion im Sinne von unrealistischer Vorstellung oder Selbsttäuschung! Im Gegenteil: Illusionen muss man haben, sie nähren und wecken, in ihnen leben, an ihnen festhalten und sie sich vor allem nicht nehmen lassen. |